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Hyper-V-Verwaltung unter Windows Server 2025 im Jahr 2026: Neue Funktionen und Management-Verbesserungen

Microsoft hat Hyper-V mit Windows Server 2025 in mehreren Bereichen deutlich weiterentwickelt. Dabei geht es nicht nur um höhere Hardwaregrenzen oder zusätzliche Virtualisierungsfunktionen. Besonders interessant sind die Verbesserungen bei der Verwaltung von Clustern, Live Migration, GPU-Ressourcen, Netzwerkautomatisierung und Prozessor-Kompatibilität.

Zunächst ist eine wichtige Klarstellung zur Versionsbezeichnung notwendig: Auch im Jahr 2026 ist Windows Server 2025 die aktuelle Long-Term Servicing Channel-Version von Microsoft. Eine regulär veröffentlichte LTSC-Version mit dem Produktnamen "Windows Server 2026" wird in der offiziellen Microsoft-Versionsübersicht derzeit nicht geführt.

Wenn also von neuen Hyper-V-Funktionen im Jahr 2026 gesprochen wird, geht es im produktiven Microsoft-Serverumfeld derzeit vor allem um Windows Server 2025.

Hyper-V als integrierte Serverrolle

Hyper-V ist kein separat herunterzuladender Hypervisor. Unter Windows Server 2025 wird Hyper-V als Serverrolle installiert.

Für die Verwaltung stehen mehrere Werkzeuge zur Verfügung:

  • Hyper-V Manager

  • Windows PowerShell

  • Windows Admin Center

  • Failover Cluster Manager

  • Server Manager

  • System Center Virtual Machine Manager

Windows Server 2025 unterstützt Hyper-V sowohl mit Desktop Experience als auch mit Server Core. Bei einer Server-Core-Installation können Administratoren den Hyper-V-Host von einem anderen Rechner aus mit Hyper-V Manager oder Windows Admin Center verwalten.

Gerade für produktive Virtualisierungshosts kann Server Core interessant sein, weil weniger lokale Komponenten installiert werden und dadurch der Ressourcenverbrauch sowie die Angriffsfläche reduziert werden können.

Generation 2 ist jetzt die Standardeinstellung

Eine sichtbare Änderung im Hyper-V Manager betrifft den Assistenten zur Erstellung neuer virtueller Maschinen.

Unter Windows Server 2025 wird Generation 2 standardmäßig ausgewählt.

Generation-2-VMs verwenden eine virtuelle UEFI-Firmware anstelle eines klassischen BIOS-Modells. Dadurch stehen moderne Funktionen wie Secure Boot und ein aktuelleres virtuelles Hardwaremodell zur Verfügung.

Microsoft empfiehlt für moderne und unterstützte Betriebssysteme grundsätzlich Generation 2, sofern keine speziellen Kompatibilitätsanforderungen dagegen sprechen. Secure Boot kann bei Generation-2-VMs standardmäßig verwendet werden.

Generation 1 bleibt für ältere Betriebssysteme und bestimmte Legacy-Szenarien relevant. Für neue Windows-Server-, Windows-11- und moderne Linux-Workloads sollte Generation 2 jedoch in den meisten Fällen die erste Wahl sein.

VM Configuration Version 12.0

Windows Server 2025 unterstützt die VM Configuration Version 12.0.

Die Configuration Version bestimmt, welche Hyper-V-Plattformfunktionen eine virtuelle Maschine verwenden kann. Sie sollte deshalb nicht mit der Version des Gastbetriebssystems verwechselt werden.

Windows Server 2025 kann neben Version 12.0 auch mehrere ältere VM-Konfigurationsversionen ausführen. Eine wichtige Einschränkung besteht jedoch darin, dass eine VM nach einem Upgrade ihrer Configuration Version möglicherweise nicht mehr auf ältere Hyper-V-Hosts zurückverschoben werden kann.

Besonders relevant ist Version 12.0 für GPU Partitioning. Dynamic Processor Compatibility setzt dagegen mindestens Configuration Version 10.0 voraus.

Bei einer Migration von Windows Server 2022 auf Windows Server 2025 sollte die Configuration Version daher nicht unmittelbar nach der Host-Migration aktualisiert werden. Sinnvoller ist es, zunächst Live Migration, Clusterbetrieb und mögliche Rollback-Szenarien zu testen.

Dynamic Processor Compatibility

Unterschiedliche Prozessorgenerationen innerhalb eines Hyper-V-Clusters können Live Migration erschweren.

Der klassische Processor Compatibility Mode löste dieses Problem, indem bestimmte CPU-Funktionen für die VM ausgeblendet wurden. Dadurch konnte eine virtuelle Maschine leichter zwischen verschiedenen Hosts verschoben werden, nutzte aber möglicherweise nicht alle vorhandenen CPU-Funktionen.

Windows Server 2025 führt einen verbesserten Dynamic Processor Compatibility Mode ein.

Dabei wird automatisch die größtmögliche gemeinsame Menge an CPU-Funktionen ermittelt, die auf allen relevanten Clusterknoten verfügbar ist. Die VM kann dadurch mehr Funktionen des Prozessors nutzen und gleichzeitig zwischen kompatiblen Hosts migriert werden.

Das ist besonders interessant für:

  • Cluster mit mehreren CPU-Generationen,

  • schrittweise Hardwareerneuerungen,

  • Rechenzentren mit regelmäßigem Host-Austausch,

  • Wartungsszenarien mit Live Migration.

Dynamic Processor Compatibility steht für VMs mit Configuration Version 10.0 oder höher zur Verfügung. Die dynamische Variante wird über PowerShell oder Windows Admin Center verwaltet; Hyper-V Manager bietet nicht alle Einstellungen dieses Modus direkt an.

GPU Partitioning mit Hyper-V

Eine der wichtigsten Neuerungen von Windows Server 2025 ist GPU Partitioning, häufig als GPU-P bezeichnet.

Mit GPU-P muss eine physische GPU nicht mehr zwingend vollständig einer einzigen virtuellen Maschine zugeordnet werden. Stattdessen können Teile der GPU-Ressourcen verschiedenen VMs zur Verfügung gestellt werden.

Dadurch entstehen neue Einsatzmöglichkeiten für Hyper-V.

Typische Szenarien sind:

  • AI- und Machine-Learning-Inference,

  • virtuelle Workstations,

  • Rendering,

  • Videobearbeitung,

  • GPU-beschleunigte Anwendungen,

  • Engineering-Software,

  • VDI,

  • Multi-Tenant-GPU-Infrastrukturen.

In passenden Umgebungen kann eine leistungsfähige Rechenzentrums-GPU dadurch effizienter auf mehrere Workloads verteilt werden.

Live Migration für GPU-P-VMs

GPU-P wird besonders interessant, weil Windows Server 2025 auch Live Migration für entsprechend konfigurierte GPU-P-VMs unterstützt.

Eine laufende VM mit partitionierter GPU kann damit zwischen geeigneten Hyper-V-Hosts verschoben werden.

Für Administratoren hat das große praktische Vorteile.

Wartungsarbeiten an einem Host müssen nicht automatisch bedeuten, dass GPU-Workloads vollständig heruntergefahren werden. Die VM kann auf einen anderen geeigneten Clusterknoten verschoben werden.

Darüber hinaus unterstützt Microsoft Hochverfügbarkeitsszenarien für GPU-P. Bei einem ungeplanten Hostausfall kann eine entsprechende VM auf einem anderen geeigneten Knoten wieder bereitgestellt werden.

Damit wird GPU-Virtualisierung auch für produktive Umgebungen wesentlich interessanter.

Network ATC

Netzwerkkonfigurationen gehören zu den komplexesten Bereichen eines Hyper-V-Clusters.

Ein produktiver Cluster kann unterschiedliche Netzwerkpfade benötigen, beispielsweise für:

  • Host Management,

  • VM-Traffic,

  • Storage,

  • Live Migration,

  • Cluster-Kommunikation,

  • Backup.

Wenn diese Konfiguration auf jedem Host manuell durchgeführt wird, steigt das Risiko von Abweichungen zwischen den Clusterknoten.

Network ATC verwendet deshalb einen Intent-basierten Ansatz.

Der Administrator beschreibt, wofür bestimmte Netzwerkadapter verwendet werden sollen. Mögliche Intents sind beispielsweise Management, Compute und Storage.

Network ATC automatisiert anschließend große Teile der benötigten Host-Netzwerkkonfiguration und hilft dabei, eine konsistente Konfiguration über alle Knoten eines Clusters hinweg zu erhalten.

Die Vorteile liegen insbesondere in:

  • weniger manuellen Konfigurationsfehlern,

  • konsistenten Einstellungen,

  • reduziertem Configuration Drift,

  • vereinfachter Erweiterung eines Clusters,

  • reproduzierbaren Netzwerkkonfigurationen.

Für größere Hyper-V-Umgebungen ist Network ATC deshalb eine der wichtigsten administrativen Neuerungen von Windows Server 2025.

Accelerated Networking

Accelerated Networking nutzt SR-IOV, damit Netzwerkverkehr unterstützter virtueller Maschinen einen Teil des normalen Hyper-V-Software-Switch-Pfades umgehen kann.

Die Virtual Function eines geeigneten Netzwerkadapters kann direkter mit der VM kommunizieren. Dadurch sollen Latenz, Jitter und CPU-Overhead reduziert und der Netzwerkdurchsatz verbessert werden.

Das ist beispielsweise bei folgenden Workloads interessant:

  • hohe Paket-Raten,

  • latenzkritische Anwendungen,

  • datenintensive virtuelle Appliances,

  • große Ost-West-Datenströme zwischen VMs,

  • stark ausgelastete Virtualisierungscluster.

Für Accelerated Networking gelten jedoch Hardware-, Treiber-, Editions- und Network-ATC-Anforderungen. Vor einer produktiven Verwendung sollte deshalb immer die aktuelle Microsoft-Kompatibilitätsdokumentation geprüft werden.

Hyper-V Workgroup Clusters

Eine weitere wichtige Verbesserung betrifft Workgroup Clusters.

Klassische Windows-Failover-Cluster werden häufig mit Active Directory betrieben. Windows Server 2025 erweitert die Möglichkeiten für Hyper-V-Cluster, deren Knoten keiner Active-Directory-Domäne angehören.

Auch Live Migration kann in entsprechenden Workgroup-Cluster-Konfigurationen verwendet werden.

Interessant ist das beispielsweise für:

  • Edge-Standorte,

  • isolierte Netzwerke,

  • Lab-Umgebungen,

  • bestimmte Hosting-Plattformen,

  • Infrastrukturen, in denen keine AD-Domäne betrieben werden soll.

Ein Workgroup Cluster bedeutet jedoch nicht, dass Sicherheits- und Identitätsanforderungen entfallen. DNS, Zertifikate, Benutzerrechte und die Authentifizierung zwischen den Systemen müssen weiterhin sorgfältig geplant werden.

Windows Admin Center für Hyper-V

Hyper-V Manager bleibt für die schnelle Administration einzelner Hosts praktisch.

Bei mehreren Hosts oder Clustern bietet Windows Admin Center jedoch eine zentralere Oberfläche.

Das Virtual-Machines-Werkzeug von Windows Admin Center kann Hyper-V-Hosts mit Desktop Experience ebenso verwalten wie Hosts mit Server Core.

Administratoren können unter anderem:

  • virtuelle Maschinen erstellen,

  • CPU und Arbeitsspeicher konfigurieren,

  • virtuelle Datenträger verwalten,

  • Netzwerkkarten konfigurieren,

  • Checkpoints verwalten,

  • VM-Zustände überwachen,

  • Cluster und Hosts kontrollieren.

Microsoft entwickelt außerdem einen speziellen Windows Admin Center Virtualization Mode. Dieser ist in der Microsoft-Dokumentation jedoch weiterhin als Preview gekennzeichnet und sollte daher nicht mit einer vollständig freigegebenen Produktionsfunktion verwechselt werden.

Deutlich höhere Hyper-V-Skalierbarkeit

Windows Server 2025 erhöht mehrere Hyper-V-Grenzen erheblich.

Microsoft nennt für Windows Server 2025 unter anderem:

  • bis zu 2.048 logische Prozessoren pro Host,

  • bis zu 2.048 virtuelle Prozessoren für den Host,

  • bis zu 1.024 gleichzeitig laufende VMs pro Server,

  • bis zu 4 PB RAM auf Hardware mit 5-Level Paging,

  • bis zu 2.048 virtuelle Prozessoren für eine Generation-2-VM.

Die tatsächlichen Grenzwerte hängen teilweise von Hardwarearchitektur und Paging-Unterstützung ab.

Diese Werte sind maximale Plattformgrenzen und keine Empfehlung für eine einzelne Serverkonfiguration.

In realen Umgebungen müssen zusätzlich Faktoren wie NUMA, Storage-Latenz, IOPS, Netzwerkbandbreite, CPU-Overcommit und Failover-Kapazität berücksichtigt werden.

Die wichtigsten Unterschiede zu Windows Server 2022

Für Administratoren, die von Windows Server 2022 wechseln, sind besonders folgende Änderungen relevant:

Generation 2 als Standard

Neue virtuelle Maschinen werden standardmäßig mit der moderneren VM-Generation erstellt.

Dynamic Processor Compatibility

Cluster mit unterschiedlichen Prozessorgenerationen können flexibler betrieben werden.

GPU Partitioning

Eine GPU kann mehreren virtuellen Maschinen Ressourcen bereitstellen.

GPU-P Live Migration

GPU-beschleunigte VMs können in unterstützten Konfigurationen zwischen Hosts verschoben werden.

Network ATC

Host-Netzwerke lassen sich Intent-basiert und konsistenter bereitstellen.

Workgroup Clusters

Bestimmte hochverfügbare Hyper-V-Szenarien sind auch ohne klassische AD-Domänenmitgliedschaft möglich.

Configuration Version 12.0

Neue Hyper-V-Funktionen können über eine aktualisierte VM-Plattform genutzt werden.

Höhere Skalierbarkeit

Windows Server 2025 unterstützt wesentlich größere Host- und VM-Konfigurationen.

Hyper-V Manager, Windows Admin Center oder PowerShell?

Welches Werkzeug am besten geeignet ist, hängt von der Umgebung ab.

Hyper-V Manager ist ideal für schnelle administrative Aufgaben auf wenigen Hosts.

Windows Admin Center eignet sich besser für eine zentrale, browserbasierte Verwaltung.

PowerShell ist besonders wichtig für Automatisierung und wiederkehrende Aufgaben auf vielen Hosts.

Failover Cluster Manager bleibt für klassische Clusteroperationen relevant.

Für große Rechenzentren kann zusätzlich System Center Virtual Machine Manager eingesetzt werden.

In professionellen Hyper-V-Umgebungen werden diese Werkzeuge deshalb häufig kombiniert.

Fazit

Windows Server 2025 ist auch im Jahr 2026 die aktuelle LTSC-Grundlage für moderne Hyper-V-Infrastrukturen.

Die interessantesten Verbesserungen liegen nicht nur in höheren Leistungsgrenzen, sondern vor allem in der Verwaltung komplexer Virtualisierungsumgebungen.

Dynamic Processor Compatibility erleichtert den Umgang mit unterschiedlichen Prozessorgenerationen. GPU-P macht GPU-Ressourcen flexibler nutzbar. GPU-P Live Migration verbessert Wartungs- und Hochverfügbarkeitsszenarien. Network ATC standardisiert Cluster-Netzwerke, während Workgroup Clusters zusätzliche Architekturmodelle ermöglichen.

Für bestehende Windows-Server-2022-Infrastrukturen bedeutet das nicht, dass jedes System sofort aktualisiert werden sollte.

Wer jedoch neue Hyper-V-Cluster plant, Hardware erneuert oder GPU- und AI-Workloads virtualisieren möchte, sollte die Funktionen von Windows Server 2025 bei der Architekturplanung berücksichtigen.

Vor einer Migration sollten insbesondere VM Configuration Version, CPU-Kompatibilität, GPU- und Treibersupport, Netzwerkdesign, Storage-Leistung, Live Migration und Rollback-Strategie geprüft werden.

Richtig geplant bietet Windows Server 2025 Hyper-V damit auch 2026 eine leistungsfähige Plattform für klassische Servervirtualisierung, hochverfügbare Cluster und moderne GPU-beschleunigte Workloads.

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